Betreubares Wohnen in Ladendorf für privilegierte Senioren

von | 26.04.2019 | Liste NÖ Ladendorf

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Die Gemeinde Ladendorf plant die Errichtung von sechs Wohneinheiten für betreubares Wohnen nahe der Lindenallee auf Gemeindegrund. Betreubares Wohnen heißt, barrierefreie Wohnungen mit einem freiwählbaren Angebot von sozialen, medizinischen Leistungen. Hier handelt es nicht um betreutes Wohnen. Betreutes Wohnen umfasst eine 24Stunden Betreuung, Verpflegung und aktive Programme wie medizinische Angebote, mittlerweile auch in Kleinstwohnungen mit Privatsphäre für unseren älteren Mitbürger.

Die Anlage soll Senioren ansprechen, die zwar körperlich agil aber dennoch sich manchen Aufgaben nicht mehr gewachsen fühlen. Ob sich Ladendorfer Senioren diesen Luxus leisten wollen? Neben der Miete und den Betriebskosten muss auch noch verpflichtend ein Grundpacket einer sozialen Einrichtung angenommen werden. Für die tägliche Versorgung ist man auf sich gestellt. Ein logischer Sinn einer solchen Anlage ist nicht erkennbar. Die Gemeinde könnte genauso gut Wohnungen in Auftrag geben, die barrierefrei und mit wesentlich mehreren Wohneinheiten ausgestattete sind. Und vor allem an einem anderen Standort. Denn die Lindenallee zählt für die Ladendorfer als grüne Oase mit Tradition.

Der Bau von betreubaren Wohneinheiten wird vom Land Niederösterreich gefördert. Das heißt auch, dass diese Wohnungen nicht vorbehaltlich an Gemeindebürger aus Ladendorf vergeben werden dürfen. Das Land Niederösterreich als Förderer behält sich vor, ein Viertel der gebauten Wohnungen auch an nicht ansässige Pensionisten zu vergeben.

Vorteile lassen sich kaum finden in dieser Form von Seniorenwohnung. Im ländlichen Raum wird vorwiegend die Integration aller Familienmitglieder im Familienverband unterstützt und darauf geachtet, dass ältere Menschen ihren Lebensabend in gewohnter Umgebung verbringen können.

Weiters sind die Kosten beachtlich. Miete, Betriebskosten und dem finanziellen Beitrag an eine Hilfsorganisation belaufen sich auf ca 700-800 Euro im Monat bei der Wohnungsgröße von 50m².

Zusammengefasst ist zu sagen, dass die primäre Aufgabe es sein sollte, auch als Gemeinde, ältere Menschen in ihrer gewohnten Umgebung zu unterstützen und die Familienmitglieder der pflegebedürftigen Familienangehörigen in ihrem häuslichen Umfeld zu entlasten.

Es ist nicht gemeinnützig, Naturflächen zu verbauen, die nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung zugänglich ist.

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